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Komischer Druckfehler bei erster Schicht (Fotos inside)

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  • Komischer Druckfehler bei erster Schicht (Fotos inside)

    Hallo,

    anbei sehr ihr mein Problem: Eigentlich(!) ist die erste Schicht (PLA, Dicke 0.1mm, 200°, Bett 65°, Druck auf Glas + Haarlack) perfekt. Immer auf der rechten Seite ist sie allerdings extrem Schlecht, fällt vor allem bei Drucken mit Brim auf. Irgendwie wellt sich das Material.. Ganz komisch zu beschreiben.

    Woran kann das liegen?
    - Bett ist wirklich perfekt gelevelt, ich hab es auch mehrmals neu gelevelt. Es ist IMMER exakt gleich
    - Auch ein bewusstes Höher/tiefer stellen auf einer Seite bringt ähnliche Ergebnisse

    Was kann es noch sein? Ich bin ratlos.

    Danke, VG

  • #2
    Drehe mal das Objekt um 45°. Könnte an den Heizdrähten liegen, wenn sie genau unten drunter liegen.

    0,1 mm für den FirstLayer ist schon extrem, was für einen Bettabstand hast Du und mit welcher Extrusionsbreite wird der FirstLayer gedruckt?

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    • #3
      Danke für den schnellen Rat!

      Hab es mal versucht, immer noch auf der rechten Seite -> Druckbett heizt ungleichmäßig?

      Der Druck ist halt auf der einen Seite perfekt (leicht graue Farbe und perfekt glatt), auf der anderen Seite dunkler und eben rillig/schlecht...

      Würdest du den ersten mit 0.2 drucken und dann mit 0.1 weiter?

      letztlich hat es immer so funktioniert, vorteil waren halt spiegelglatte, schöne oberflächen, was halt bei frontpanels schon mega gut ist

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      • #4
        ... es gilt festzustellen, was die Ursache der Rillen ist.
        So wie es aussieht, ist der Spalt zwischen Düsenboden und Bett zu eng und deswegen quallert das Material seitlich raus und hat keine Führung mehr, deswegen die Furchen.

        Mein erster Gedanke deshalb, das Heizbett. Hatte ich anfangs auch Probleme mit, aber bei mir lagen die Heizdrähte zu weit auseinander und deshalb hatte ich "Temperatur-Wellen" mit den entsprechenden Haftungsproblemen in den "kalten" Bereichen, was immerhin 20° ausmachte. Wenn sich das durch das Drehen des Objekts nicht verändert, kann es m.E. weder an ungleichmäßiger Heizung liegen, noch am Kalibrieren der Fläche. Denn dann müsste der Fehler "stehen bleiben" und somit an anderer Stelle am Objekt vorkommen.
        Am naheliegendsten wäre noch ein Verzug des Betts durch die Wärme, aber da spricht die gleiche Überlegung dagegen.

        Überextrusion durch ungleichmäßiges Filament oder unterschiedliche Viskosität schließe ich auch aus, das wäre ja besser als ein Lottovolltreffer, wenn es immer gerade an der gleichen Stelle vorkommt.

        Bleibt eigentlich nur noch etwas Mechanisches übrig - nur was ???

        Der FirstLayer dient ja auch dazu, Unebenheiten des Druckbetts auszugleichen. Bei 0,1 mm ist da nicht viel Spielraum. Bei 0,2 mm wird das Material evtl nicht fest genug angepresst, weil dazu zu wenig Druck am Düsen-Ausgang aufgebaut wird und das Material zu leicht zur Seite ausbrechen kann. Also der goldene Mittelweg: 0,15 mm. Was Dich aber nicht daran hindern sollte, alles mal durchzutesten. Und jedes Material reagiert nun mal anders, auch gleiche Sorten und gleicher Hersteller, das kann von Rolle zu Rolle unterschiedlich sein.

        Solange nur Brim davon betroffen ist, würde ich da nicht so viel Aufwand betreiben, der kommt sowieso in die Tonne. Und am Objekt selbst käme es darauf an, ob diese Unebenheiten mit den nächsten Layern gebügelt werden oder nicht.

        Was Du auf dem 2. Bild zeigst - das geht nun gar nicht, ist schon klar! Das sieht für mich aber eher danach aus, als sei es ein Haftungsproblem - wodurch, nun das ist eine gute Frage ???
        Zuletzt geändert von horst.w; 11.04.2017, 08:24.

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        • #5
          Sodala, Danke nochmal für deine ausführliche Antwort!!
          "... es gilt festzustellen, was die Ursache der Rillen ist.
          So wie es aussieht, ist der Spalt zwischen Düsenboden und Bett zu eng und deswegen quallert das Material seitlich raus und hat keine Führung mehr, deswegen die Furchen."

          Das dachte ich mir auch. jetzt habe ich mal einfach so lange nach unten gestellt, bis es besser wurde. Dann nochmal anderes Filament probiert.. und irgendwie ging es dann Sprich die Fehler waren eine Mischung aus Filament und einem "verstellten" (oder "zu gerade gestelltem") Heizbett.

          Jetzt sieht es so aus, und das ist schon seeehr ansehnlich (Juhu!!!)

          Ich werde mal perfektionistisch:
          Die Eckpfeiler/Späteren Anschraubpunkte haben noch so kleine Nasen, wie kriege ich das weg? einem höheren Retract?

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          • #6
            ... das ist keineswegs "perfektionistisch", das gehört schlicht nicht dahin ;-)
            Ich gehe mal davon aus, dass Du keine Simplify verwendest, dafür könnte ich Dir Tipps geben, alle anderen Slicer kenne ich so gut wie nicht.

            So wie mit den Rillen im FirstLayer können die Nasen rein filament-bezogen sein, ich habe hier ein PETG (schwarz), das wird schon bei 170° flüssig und das bei empfohlenen 230° Drucktemperatur. Im Gegensatz dazu PETG (natur), das ist auf den Punkt mit 230° perfekt zu drucken. Steckt eben sehr viel Chemie in den Sachen und jede Beimengung verändert die Eigenschaften..

            Ob das bei Dir nun durch zu geringe Viskosität einfach weiter läuft statt zu stoppen, die Drucktemperatur zu hoch, die Objektkühlung ok oder Dein Retract zu gering ist, kann ich Dir nicht sagen, müsste man Drucker und Material kennen. Als Faustregel für Retract kann Du es so einstellen, dass der Retract jegliche (Vor-)Spannung aus dem Filament nehmen muss, damit eben der Druck in der Schmelzkammer der Düse auf Null geht.
            Das ist bei Direkt-Extrudern so um 1 - 2 mm, bei Bowden, von der Länge des Zuges abhängig, 5 mm und mehr.
            Schieb mit der Hand das Filament auf maximal festen Anschlag und mache mit einem Edding einen Strich an die Stelle, wo es im Extruder verschwindet. Dann los lassen damit das Filament sich ausstrecken kann, Strich drunter an gleicher Stelle. Diese Distanz zwischen den Strichen ist so ca das Maß für Deinen Retract.
            Weiter Möglichkeiten sind Lift, Coast At End, Wipe Nozzle und nicht zu vergessen, ExtraRestart (hier wohl nicht relevant).

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            • #7
              Hey Horst,

              danke dir nochmal. Ich nutze den Slic3r.

              Du denkst also, ich bin vll zu warm unterwegs? Werde ich mal testen.

              Welche Retract Geschwindigkeit sollte ich nehmen? Die Länge messe ich morgen aus. Die derzeitigen Settings anbei, geht das so hin? Ich nutze einen Bowdenextruder.

              VG

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              • #8
                Ja, möglicherweise für dieses Filament zu heiß - das muss man eben austesten. Man sollte das Filament mit der Hand durchdrücken können. ABER da spielt eben die Viskosität mit rein, manche Filamente werden einfach nicht richtig "geschmeidig", andere laufen Dir lange vor der empfohlenen Temperatur schon weg. Ein brauchbares Indiz ist auch das Nachlaufen der Düse, also bei Abschalten des Hotends nach dem Druck. Wenn da so ca 3 - 5 cm nachlaufen, kommt die eingestellte Temperatur gut hin.

                Die Settings
                Länge 3,5 cm ; ich fahre bei 70 cm Bowden 5,5 cm
                Lift-Z 0 mm; für "Flächenobjekte sicher ok, bei Klein-Klein mit vielen Wechseln und Retracts empfehle ich 0,20 - 0,50 mm zu testen
                Speed, da scheiden sich die Geister! Im Kontext zu der Position in S3D steht - as fast as possible - und das läuft bei mir gar nicht. Das Hochreißen der Düse bewirkt auch ein Mitreißen des noch flüssigen Material, deshalb fahre ich moderate 25 - 30 mm/s. Ob es echte Vor- oder Nachteile dabei gibt, muss jeder für sich entscheiden und da hilft nur, sich die Nase beim Beobachten an der Scheibe platt zu drücken.
                ExtraRestart 0; für Flächenobjekte ja, ABER vor allem bei Klein-Klein mit vielen Wechseln mit Restart und auch mehreren Objekten gleichzeitig, eher nicht. Da kanns ausgespochen kontraproduktiv sein. Prinzipiell ist es so, dass beim Retract nicht alles Material in der Düse mit hoch gezogen wird, das klebt an den Wandungen. Beim Ansetzen zum nächsten Layer oder der nächsten Linie drückt man eben diesen "Überschuß" vorab aus der Düse, wenn ExtraRestart auf Null steht; üblicherweise zu erkennen an jenen berüchtigten "Bobbelchen", die dem Gedruckten anhaften.
                Das ist kein Widerspruch zu Obigem, aber bei ganz kleinen Sachen, bei der die Düse sozusagen auf der Stelle kreist, sollte man sowohl Lift wie auch Extra auf 0 stellen.
                Ich fahre eigentlich ständig moderate -0,13 mm, das ist ein Erfahrungswert, mit dem ich gut zurecht komme.


                Wenn Du mal Probleme hast, ist ja das Wichtigste, die Ursachen klar zu diagnostizieren und dabei kann Dir diese Seite helfen, die allgemeingültig ist:

                https://www.simplify3d.com/support/p...oubleshooting/

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                • #9
                  Super danke wiedermal für die ausführliche Hilfe Ich teste bei Zeiten wiedermal weiter (bzw beim nächsten Objekt).

                  Viele Grüße!

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